Whiskyglasbox aus Fassdauben

Hintergrund

Mein Vater hat Whiskygläser, die mir gut gefallen haben. Zum Geburtstag hat er mir dieselben geschenkt: Krosno „Pure Whisky“. Die Gläser kamen in einer Pappschachtel, die nicht viel aushält. Ich wollte eine haltbarere Transportmöglichkeit bauen.

Zuerst dachte ich an ein Hartholz – Buche oder Eiche, was gerade verfügbar war. Dann habe ich mich gefragt, ob man einzelne Fassdauben kaufen kann. Als ich einen Onlinehändler für Gartendekoration fand, der sowas im Sortiment hatte, habe ich den Plan geändert. Das hat alles komplizierter gemacht und den Aufwand vervielfacht – aber es war es wert.

Die Dauben stammen aus ehemaligen Whiskyfässern. Die Herkunft der Fässer ist unbekannt. Die verkohlte Innenseite ist original und wurde nicht angefasst – dieselbe Oberfläche, die einst den Whisky veredelt hat, umgibt jetzt die Gläser.

Planung und Umsetzung

Im November 2025 hat eine Freundin eines der Gläser für mich eingescannt. Auf Basis des Scans habe ich die Box in Fusion 360 konstruiert. Die Maße – 30 x 18 x 10 cm – ergaben sich aus dem 3D-Modell der Gläser und dem nötigen Sicherheitsabstand im Innenraum. Deckel mit Scharnier und Verschluss.

Fassdauben sind gewölbt – sie waren einmal Teil eines runden Fasses. Vor der CNC-Bearbeitung mussten die Dauben auf Länge gebracht, aus mehreren Stücken zusammengesetzt und dann plan gefräst werden. Für das Planfräsen habe ich ein eigenes Spannsystem entwickelt und in PETG gedruckt: seitliche Spannpratzen (im Englischen „toe clamps“ – ein treffenderer Begriff, für den es kein passendes deutsches Wort gibt), die das Werkstück von der Seite halten, sodass die Oberfläche vollständig frei bleibt. Das hat auf Anhieb funktioniert. Zusätzlich musste ich die Dauben auch in der Dicke abrichten.

Die verfügbare Holzmenge war knapp. Die Dauben hatten unterschiedliche Breiten, und die Teillayouts mussten sehr präzise positioniert werden. Es gab kaum Verschnitt – das Material hat gerade eben gereicht.

Gefräst wurde auf der selbst gebauten CNC-Fräse, mit einem 25-mm-Planfräser, einem 4-mm-Einschneider, einem Viertelkreisfräser für die Innenrundungen und einem Fasenfräser für die 45-Grad-Flächen. Die Eckverbindungen sind als Fingerzinken ausgeführt. Die Außenseite hat vier Schichten wasserbasierten Acryllack in Transparent bekommen. Die verkohlte Innenseite blieb unbehandelt.

Im Deckel ist ein Halter für eine Pipette integriert. Beim Öffnen eines Whiskys mit Wasser kann bereits ein einzelner Tropfen zu viel den Charakter des Whiskys überdecken – der Halter stellt sicher, dass die Pipette immer griffbereit ist.

Hindernisse

Beim Festschrauben der Schließe ist eine Schraube abgebrochen. Ich habe das betroffene Stück ausgestochen, entfernt, ein passendes Stück Holz eingesetzt, plan geschliffen und die Schließe anschließend neu befestigt. Die Schließe verdeckt die Stelle vollständig.

Ergebnis

Die Box ist seit April 2026 fertig. Die Gläser sitzen sicher, der Deckel schließt sauber. Die seitlichen Spannpratzen werde ich für künftige Projekte mit gewölbtem oder anderweitig schwer zu spannendem Material wieder verwenden.